Eine neue Niere — Mehr Lebenszeit und Qualität

Chro­ni­sche Nie­ren­er­kran­kung (CKD) gilt als eine unbe­kann­te Volks­krank­heit. In Deutsch­land wer­den zur Zeit etwa 60.000 Men­schen dau­er­haft dia­ly­siert, mit stei­gen­der Ten­denz. 8000 Pati­en­ten war­ten nach Anga­ben der Deut­schen Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on auf eine neue Nie­re, doch nur rund 2300 davon kön­nen durch­schnitt­lich pro Jahr damit ver­sorgt wer­den. Wäh­rend der Organ­be­darf jähr­lich um rund fünf Pro­zent steigt, bleibt das Ange­bot gleich­blei­bend nied­rig. Dabei ist laut Deut­scher Nie­ren­stif­tung unbe­strit­ten, dass eine erfolg­rei­che Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on gegen­über dem auf­wen­di­gen und sehr zeit­in­ten­si­ven Dia­ly­se­ver­fah­ren den Pati­en­ten eine ver­bes­ser­te Lebens­qua­li­tät, grö­ße­re Zufrie­den­heit und mehr Frei­heit bie­tet – und ein län­ge­res Leben. Wie vie­le Lebens­jah­re Emp­fän­ger von Spen­der­or­ga­nen im Durch­schnitt gewin­nen im Ver­gleich zu Pati­en­ten, die ver­geb­lich auf ein neu­es Organ war­ten, haben US-For­scher in einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Lang­zeit­stu­die ermittelt.

Über einen Zeit­raum von 25 Jah­ren haben Abbas Rana, Dok­tor der Medi­zin vom Bay­lor Col­le­ge of Medi­ci­ne in Houston/Texas, und sei­ne Kol­le­gen die Über­le­bens­vor­tei­le von Trans­plan­ta­ti­ons­pa­ti­en­ten anhand von Daten der United Net­work for Organ Sharing (UNOS) und des ame­ri­ka­ni­schen Ster­be­re­gis­ters unter­sucht. Dabei haben sie zwi­schen 1987 und 2012 alle Pati­en­ten über 18 Jah­re berück­sich­tigt, die bei UNOS gemel­det waren. Dar­un­ter waren 533.329 Pati­en­ten, die in der Zeit ein neu­es Organ erhal­ten haben, sowie 579.506 Pati­en­ten, die ver­geb­lich auf ein Spen­der­or­gan gewar­tet haben. In die Stu­die mit auf­ge­nom­men wur­den nicht nur Nie­ren­trans­plan­ta­tio­nen, son­dern auch die Über­tra­gung von Lebern, Her­zen, Lun­gen, Pan­kre­as plus Nie­re, Pan­kre­as und Darm.

Nach der Daten­er­he­bung haben die Wis­sen­schaft­ler bei­de Pati­en­ten­grup­pen mit­ein­an­der ver­gli­chen und einen Gewinn an Lebens­jah­ren von ins­ge­samt 2.270.859 bei den Pati­en­ten nach einer erfolg­rei­chen Trans­plan­ta­ti­on nach­wei­sen kön­nen. Im Durch­schnitt bedeu­tet das eine ver­län­ger­te Lebens­er­war­tung des Ein­zel­nen von 4,3 Jah­ren. Bezo­gen auf alle in dem Zeit­raum durch­ge­führ­ten Organ­ver­pflan­zun­gen wur­den mit 314.561 Pati­en­ten Nie­ren­trans­plan­ta­tio­nen am häu­figs­ten durch­ge­führt. Auch hier stell­ten die Medi­zi­ner eine höhe­re Lebens­er­war­tung fest: Im Schnitt um 4,4 Jah­ren pro Organ­emp­fän­ger. Am zweit­häu­figs­ten wur­den Lebern trans­plan­tiert, mit einem Gewinn an Lebens­jah­ren von 4,3 Jah­ren pro Pati­ent, gefolgt von Her­zen (4,9 Jah­re), Lun­gen (2,6 Jah­re), Pan­kre­as plus Nie­re 4,6 Jah­re), Pan­kre­as (2,4 Jah­re) und Darm (2,8 Jah­re). Ein wei­te­res signi­fi­kan­tes Ergeb­nis der Lang­zeit­stu­die ist, dass Erwach­se­ne bei einer Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on am meis­ten von einer Lebend­spen­de pro­fi­tie­ren. Die mitt­le­ren Über­le­bens­zei­ten lagen damit bei 18,5 Jah­ren. Kam das Spen­der­or­gan von einem Ver­stor­be­nen, leb­ten die Pati­en­ten im Schnitt noch 9,8 Jahre.

Das sind ein­deu­ti­ge Zah­len, die Rana und Kol­le­gen nicht nur als einen Beweis dafür sehen, wie effek­tiv eine Organ­spen­de für den Betrof­fe­nen ist, son­dern auch als begrün­de­te Moti­va­ti­on, sich als Organ­spen­der zur Ver­fü­gung zu stel­len, um die wach­sen­de Lücke zwi­schen Bedarf und Ange­bot zu mini­mie­ren und so einer grö­ße­ren Zahl von Pati­en­ten zu mehr Lebens­qua­li­tät und Lebens­zeit zu verhelfen.

Text: Pres­se­stel­le DGU/BDU

Die männliche Sexualität und die Erektion — ein weites Thema

Erektionsstörungen

Was Sie wissen sollten

Die man­geln­de Ver­stei­fungs­fä­hig­keit des Penis, bzw. die unge­nü­gen­de Dau­er der Ver­stei­fung, wird als Erek­ti­ons­stö­rung bezeichnet.

Erek­ti­ons­stö­run­gen tre­ten mit zuneh­men­dem Alter häu­fi­ger auf. Betrof­fen sind etwa 1 bis 2% der 40jährigen und ca. 15 bis 20% der 65jährigen. Rau­chen stellt den Haupt­ri­si­ko­fak­tor für das Auf­tre­ten einer Erek­ti­ons­stö­rung dar.

Erek­ti­ons­stö­run­gen kön­nen ent­we­der ohne erkenn­ba­re Ursa­che, oder als Fol­ge einer ande­ren Erkran­kung, z. B. einer Zucker­er­kran­kung (Dia­be­tes mel­li­tus), einer Gefäß­er­kran­kun­gen (Arte­rio­skle­ro­se), einer Ner­ven­er­kran­kung (Poly­neu­ro­pa­thie) oder eines Blut­hoch­drucks, auf­tre­ten. Zudem kann eine Erek­ti­ons­stö­rung als Fol­ge der Ein­nah­me von ver­schie­den Medi­ka­men­ten (bei Blut­hoch­druck, Anti­de­pres­si­va etc.) auftreten.

Häu­fig sind Erek­ti­ons­stö­run­gen auch als Fol­ge von Ver­let­zun­gen (z.B. Becken­frak­tur) oder Ope­ra­tio­nen (Radi­ka­le Pro­sta­tek­to­mie bei Pro­sta­ta­krebs, Ope­ra­tio­nen des End­darms z.B. bei Rekt­um­kar­zi­nom) bekannt.

Vor Ein­lei­tung einer The­ra­pie soll­ten eine gründ­li­che Vor­un­ter­su­chung des betrof­fe­nen Man­nes erfol­gen, um Ursa­chen und Risi­ko­fak­to­ren genau­er beur­tei­len und ggf. behan­deln zu kön­nen. Dies dient u.a. dazu Fol­ge­krank­hei­ten, wie z.B. einem Herz­in­farkt, vorzubeugen.

Der physiologische Erektionsvorgang

Das Schwell­kör­per­ge­we­be selbst weist eine schwamm­ar­ti­ge Struk­tur auf. Ver­ein­facht gesagt tritt eine Erek­ti­on dadurch ein, dass die Blut­zu­fuhr durch Erwei­te­rung der Arte­ri­en gestei­gert wird. Das Blut wird vom Herz unter Druck in das schwamm­ar­ti­ge Gewe­be des Schwell­kör­pers gepumpt. Die­ser ist wie­der­um umge­ben vom fes­ten Bin­de­ge­we­be der Schwell­kör­per­wand. Die Blut­ge­fä­ße, wel­che sonst für den Blut­ab­strom sor­gen (Venen), wer­den hier­bei zusam­men­ge­presst, sodass der Druck im Schwell­kör­per ansteigt und sich der Penis so ver­steift und aufrichtet.

Der Ablauf einer phy­sio­lo­gi­schen Erek­ti­on stellt einen kom­ple­xen Vor­gang dar. Das Zusam­men­spiel von Ner­ven auf Ebe­ne des Gehirns, Rücken­mar­kes und Beckens mit Blut­ge­fä­ßen und Hor­mo­nen ist hier­bei not­wen­dig und kann durch psy­chi­sche Fak­to­ren, Hor­mon­stö­run­gen, Gefäß- oder Ner­ven­er­kran­kun­gen, sowie Ver­än­de­run­gen des Schwell­kör­per­ge­we­bes gestört werden.

Häu­fig besteht auch eine Kom­bi­na­ti­on aus meh­re­ren Faktoren.

Notwendige ärztliche Untersuchungen

Da eine Erek­ti­ons­stö­rung die Fol­ge einer bis­lang unent­deck­ten, schwer­wie­gen­den Erkran­kung sein kann, soll­te vor der Ein­lei­tung einer Behand­lung unbe­dingt eine gründ­li­che ärzt­li­che Unter­su­chung erfol­gen. Auch soll­te Ihr Arzt abwä­gen, ob in Ihrem Fall bestimm­te Behand­lungs­ar­ten mög­lich sind oder auf Grund von etwai­gen Neben­wir­kun­gen bei Ihnen nicht ange­wen­det wer­den soll­ten und Sie dahin­ge­hend beraten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?

Grund­sätz­lich bestehen ver­schie­de­ne The­ra­pie­an­sät­ze, wel­che sich nach Ursa­che der Erkran­kung, Alter und Risi­ko­fak­to­ren des Pati­en­ten und nach Prä­fe­renz des Pati­en­ten richten.

Viagra©, Levitra©, Cialis© und Co. (Die PDE‑5 Hemmer)

Als ers­ter PDE‑5 (Phosphodiesterase‑5 Hem­mer) wur­de 1998 Via­gra© zuge­las­sen. Ursprüng­lich wur­de der Wirk­stoff zur Behand­lung eines Lun­gen­blut­hoch­dru­ckes ent­wi­ckelt. In den Stu­di­en berich­te­ten Pati­en­ten jedoch über eine Ver­bes­se­rung der erek­ti­len Funk­ti­on, sozu­sa­gen als „Neben­wir­kung“.

Hier­nach wur­de der Wirk­stoff Sil­dena­fil auch zur Behand­lung der Erek­ti­len Funk­ti­on geprüft und zugelassen.

In den Fol­ge­jah­ren gelang­ten wei­te­re PDE‑5 Hem­mer, wie Var­dena­fil (Levitra©)und Tada­la­fil (Cia­lis©) zur Zulas­sung, wel­che sich in der Wir­kungs­wei­se ähn­lich sind, sich jedoch durch die Wirk­dau­er und Stoff­wech­sel im Kör­per (Phar­ma­ko­ki­ne­tik) unterscheiden.

Die Wir­kung der Medi­ka­men­te zielt auf eine stär­ke­re Erwei­te­rung der den Penis ver­sor­gen­den Blut­ge­fä­ße ab, sodass die Erek­ti­ons­fä­hig­keit ver­bes­sert wird.

Häu­fi­ge Neben­wir­kun­gen die­ser Medi­ka­men­te kön­nen Kopf­schmer­zen, nied­ri­ger Blut­druck und Seh­stö­run­gen (ver­schwom­men Sehen, Farb­seh­stö­run­gen) sein.

Zu wei­te­ren Neben­wir­kun­gen lesen Sie die Packungs­bei­la­ge und fra­gen Sie Ihren Arzt oder Apo­the­ker. Ins­be­son­de­re soll­te durch einen Arzt geprüft wer­den, ob Grün­de und Risi­ko­fak­to­ren (z.B. Medi­ka­men­ten­un­ver­träg­lich­kei­ten) bestehen, wel­che gegen die Ein­nah­me der­ar­ti­ger Arz­nei­mit­tel sprechen.

Seit Juni 2013 ist Sil­dena­fil nun auch von ver­schie­de­nen Gene­ri­ka-Her­stel­lern zu bezie­hen. Vom Kauf aus unkla­ren Quel­len (z.B. Unkla­re Quel­le im Inter­net) sei an die­ser Stel­le erneut abgeraten.

Psychotherapie

Bei zahl­rei­chen Pati­en­ten, ins­be­son­de­re in den jün­ge­ren Lebens­jah­ren, fin­det eine psy­chi­sche Kom­po­nen­te als mög­li­cher Aus­lö­ser der Erektionsstörung.

Ggf. kann hier die Über­wei­sung an einen spe­zia­li­sier­ten Psychotherapeuten/

Psych­ia­ter zur Klä­rung mög­li­cher The­ra­pie­an­sät­ze sinn­voll sein.

Schwellkörperautoinjektion (SKAT)

Soll­te die Ver­wen­dung der in Tablet­ten­form erhält­li­chen Medi­ka­men­te zu kei­ner aus­rei­chen­den Bes­se­rung der Erek­ti­ons­stö­rung geführt haben, kann die Anwen­dung von Wirk­stof­fen wel­che direkt in den Schwell­kör­per inji­ziert wer­den pro­biert wer­den. Hier­bei erfolgt die ers­te Anwen­dung zumeist durch den Uro­lo­gen/-in um den ers­ten The­ra­pie­er­folg zu beur­tei­len und um ggf. sono­gra­phisch die Durch­blu­tung der Penis­schwell­kör­per mes­sen zu können.

Soll­te hier ein The­ra­pie­er­folg fest­stell­bar sein, kann die Anwen­dung durch den Pati­en­ten selbst erfol­gen. Hier­zu ist eine Selbstin­jek­ti­on ca. 10–20 Minu­ten vor dem Geschlechts­ver­kehr not­wen­dig. Sei­tens der Phar­ma­un­ter­neh­men wer­den hier indi­vi­du­ell dosier­ba­re Fer­tig­sprit­zen ange­bo­ten (z.B. CAVERJECT©). Die hier­bei ver­wen­de­ten Nadeln sind sehr dünn und mit denen eines Insu­lin-Pen bei Dia­be­ti­kern ver­gleich­bar. Die Anwen­dung ist somit nicht schmerzhaft.

Alter­na­tiv kann der hier ver­wen­de­te Wirk­stoff auch über eine Schmelz­ta­blet­te in die Harn­röh­re ein­ge­führt wer­den (MUSE©).

Wel­ches Ver­fah­ren gewählt wird, soll­te der Arzt gemein­sam mit dem Pati­en­ten in einem indi­vi­du­el­len Gespräch entscheiden.

Vakuumpumpe

Alter­na­tiv zur Ver­wen­dung von Medi­ka­men­te kann die Ver­wen­dung einer Vaku­um­pum­pe zur Behand­lung der Erek­ti­ons­stö­rung pro­biert wer­den. Hier­bei wird ein Zylin­der über Penis gestülpt in wel­chem ein Vaku­um erzeugt wird. Hier­durch dehnt sich der Schwell­kör­per und Blut strömt in den Penis ein. Sobald die Erek­ti­on ein­ge­tre­ten ist wird ein Gum­mi­ring über die Penis­ba­sis gestülpt, wel­cher das Abflie­ßen des Blu­tes ver­hin­dern soll.

Schwellkörperprothese

Soll­ten die bis­lang genann­ten Behand­lungs­mög­lich­kei­ten ohne Erfolg geblie­ben sein, steht als letz­te Opti­on die Implan­ta­ti­on einer Schwellkörperprothese.

Hier­bei wer­den die Schwell­kör­per durch halb­fes­te (semi­re­gi­de) oder hydrau­li­sche Pro­the­sen­schen­kel ersetzt. Bei hydrau­li­schen Pro­the­sen besteht über einen Ven­til­me­cha­nis­mus die Mög­lich­keit die Schwell­kör­per­pro­the­se zu akti­vie­ren und zu deak­ti­vie­ren und somit die Erek­ti­on zu steuern.

Da durch die Ope­ra­ti­on die Schwamm­struk­tur des Schwell­kör­pers geschä­digt wird, ist es nach einem sol­chen Ein­griff nicht mög­lich, auf ande­re The­ra­pie­mög­lich­kei­ten (Tablet­ten, SKAT) zurück zu wechseln.

Ent­spre­chen­de Ope­ra­tio­nen wer­den in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren vorgenommen.

Die Dia­gnos­tik und Behand­lungs­pla­nung soll­te bei jeden Pati­en­ten indi­vi­du­ell erfol­gen. Wen­den Sie Sich an einen nie­der­ge­las­se­nen Uro­lo­gen. Die­ser wird Sie ent­spre­chend bera­ten und mit Ihnen ein The­ra­pie­kon­zept erarbeiten.

Soll­ten Sie wei­te­re Rück­fra­gen haben, wen­den Sie sich bit­te an uns.

 

Quel­le DGU

Robert Koch-Institut: Die schwache Gesundheit des starken Geschlechts

26.01.2015. Sie füh­len sich fit und stark und häu­fig den Frau­en in vie­len Bereich über­le­gen – doch was ihre Gesund­heit angeht, sind Män­ner eher die Ver­lie­rer: Sie ster­ben im Mit­tel frü­her, haben häu­fi­ger Pro­ble­me mit Alko­hol und legen kaum Wert auf Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te. Damit bestä­ti­gen die aktu­ell erho­be­nen Daten zwar vie­les, was bereits bekannt ist. Neu hin­ge­gen sind die Bewer­tun­gen der Infor­ma­tio­nen und amt­li­chen Sta­tis­ti­ken zur Män­ner­ge­sund­heit und die dar­aus resul­tie­ren­den Schluss­fol­ge­run­gen, die jetzt in einem aktu­el­len Bericht des Robert Koch-Insti­tuts (RKI) und des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts zusam­men­ge­fasst wur­den. In acht Kapi­teln lie­fert das Kom­pen­di­um auf 220 Sei­ten ein umfas­sen­des Bild des star­ken Geschlechts, das durch­aus Grund zur Sor­ge bietet.

Zen­tra­les The­ma ist die gerin­ge­re Lebens­er­war­tung der Män­ner, die der­zeit bei 77,7 Jah­ren liegt und damit fünf Jah­re unter der der Frau­en. Erklärt wird das mit der grö­ße­ren Anzahl an vor­zei­ti­gen Todes­fäl­len unter 65 Jah­ren. Sind bei den unter 35 Jah­re alten Män­nern vor allem Sui­zi­de und Unfäl­le für die höhe­ren Todes­ra­ten ver­ant­wort­lich, ster­ben älte­re durch koro­na­re Herz­krank­heit und bös­ar­ti­ge Neubildungen.
Ver­gleicht man die Häu­fig­keit der Erkran­kung von Män­nern und Frau­en, sieht es für das star­ke Geschlecht nicht bes­ser aus: Obwohl die Sterb­lich­keit an Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen durch ver­bes­ser­te medi­zi­ni­sche Behand­lungs­mög­lich­kei­ten und die Mini­mie­rung klas­si­scher Risi­ko­fak­to­ren gene­rell gesenkt wer­den konn­te, lei­den deut­lich mehr Män­ner als Frau­en an Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen mit oft­mals töd­li­chem Aus­gang; zwei Drit­tel der Män­ner haben Über­ge­wicht; bei den Krebs­neu­erkran­kun­gen lie­gen Prostata‑, Lun­gen- und Darm­krebs  weit vorn, wobei Lun­gen­krebs bei Män­nern mit Abstand die häu­figs­te Todes­ur­sa­che ist. Zah­len, die vor allem Rau­cher alar­mie­ren soll­ten. Denn trotz all­ge­mei­nen Rück­gangs rau­chen Män­ner nach wie vor mehr als Frau­en. Auch trinkt jeder Drit­te Alko­hol in einem ris­kan­ten und damit gesund­heits­schäd­li­chem Aus­maß. Die­sen Fak­ten zum Trotz schät­zen Män­ner ihre Gesund­heit häu­fig als gut oder sogar sehr gut ein.

Die Ergeb­nis­se des RKI-Berichts ver­wei­sen viel­fach auf den Ein­fluss des sozi¬alen Geschlechts (gen­der) und die damit verbun¬denen sozio­kul­tu­rell geprägten Geschlech­ter­rol­len und bele­gen, dass ins­be­son­de­re das Arbeits­le­ben wie auch die For­men des fami­liä­ren und part­ner­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens wich¬tige Poten­zia­le, aber auch Risi­ken für die Gesund¬heit von Männern ber­gen können – und bie­ten so einen inno­va­ti­ven Ansatz, um die drin­gend not­wen­di­gen Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men auch – oder gera­de – bei Män­nern auf den Weg zu bringen.

Quel­le: DGU

Neue Gesundheitskarte ab Januar 2015!

Ab Januar gilt nur noch die NEUE Versichertenkarte mit FOTO!

Was passiert, wenn die elektronische Gesundheitskarte ungültig ist oder die Karte vergessen wurde?

Wenn Ver­si­cher­te kei­ne gül­ti­ge elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te vor­le­gen kön­nen, müs­sen sie inner­halb von zehn Tagen nach der Behand­lung dem Arzt eine gül­ti­ge elek­tro­ni­sche Gesund­heits­kar­te nach­rei­chen. Alter­na­tiv kann auch eine Ein­zel­fall­be­stä­ti­gung der Kran­ken­kas­se, dass zum Zeit­punkt der Behand­lung ein Leis­tungs­an­spruch bestand, vor­ge­legt wer­den. Wenn der Ver­si­cher­te kei­nen gül­ti­gen Ver­si­che­rungs­nach­weis erbringt, kann der Arzt eine Pri­vat­rech­nung stellen.

Weltmännertag 2014: Männergesundheit beginnt im Jungenalter

Düs­sel­dorf, 31.10.2014. Ob Welt­män­ner­tag am 3. Novem­ber, inter­na­tio­na­ler Män­ner­tag am 19. Novem­ber oder die welt­wei­te Spen­den­kam­pa­gne für Pro­sta­ta­krebs­for­schung und Män­ner­ge­sund­heit „Movem­ber“: Der Herbst steht ganz im Zei­chen des gesund­heits­po­li­tisch noch immer stark ver­nach­läs­sig­ten star­ken Geschlechts.

Die Deut­sche Gesell­schaft für Uro­lo­gie e.V. (DGU) und der Berufs­ver­band der Deut­schen Uro­lo­gen e.V. (BDU) appel­lie­ren an die Män­ner, ihre Gesund­heits­kom­pe­tenz zu schär­fen und vor­han­de­ne Gesund­heits­an­ge­bo­te bes­ser zu nut­zen — und zwar in jeder Alters­grup­pe. Sie selbst hal­ten dafür diver­se Rat­ge­ber sowie ein umfang­rei­ches Ange­bot medi­zi­ni­scher Infor­ma­tio­nen für Inter­es­sier­te und Pati­en­ten auf ihrer Web­site (www.urologenportal.de) vor und set­zen sich mit regel­mä­ßi­gen Lai­en­fo­ren für die öffent­li­che Auf­klä­rung ein.

Män­ner­ge­sund­heit beginnt bereits beim Jun­gen, beto­nen Uro­lo­gen zum Welt­män­ner­tag 2014. Prak­tisch bedeu­tet das zum Bei­spiel die früh­zei­ti­ge Fest­stel­lung medi­zi­ni­scher Fehl­bil­dun­gen, die Ein­hal­tung eines alters­ge­rech­ten Impf­plans, recht­zei­ti­ge Auf­klä­rung über Ver­hü­tung und sexu­ell über­trag­ba­re Infek­tio­nen sowie die Auf­klä­rung über Selbst­un­ter­su­chung zur Früh­erken­nung von Hoden­krebs. „Männ­li­che Jugend­li­che sind eine wich­ti­ge Ziel­grup­pe, um die Män­ner­ge­sund­heit lang­fris­tig zu ver­bes­sern“, sagt DGU-Pres­se­spre­che­rin Prof. Dr. Sabi­ne Kliesch. „Wir wol­len die Jun­gen früh­zei­tig sen­si­bi­li­sie­ren und ihr Gesund­heits­be­wusst­sein wecken, sodass der Gang zum Arzt so selbst­ver­ständ­lich wie bei Mäd­chen und Frau­en wird.“ Zu die­sem Zweck enga­gie­ren sich DGU und BDU der­zeit auf zwei Ebe­nen. „Zum einen sind wir dabei, eine Jun­gen­sprech­stun­de in uro­lo­gi­schen Pra­xen zu eta­blie­ren, die den Jun­gen auch in der Puber­tät einen ärzt­li­chen Ansprech­part­ner bie­tet und damit eine Lücke im Män­ner­le­ben schließt“, so BDU-Pres­se­spre­cher Dr. Wolf­gang Büh­mann. Zum ande­ren koope­rie­ren die Uro­lo­gen mit der Ärzt­li­chen Gesell­schaft zur Gesund­heits­för­de­rung e.V. bei der gesund­heit­li­chen Bil­dung von Jun­gen in Schulen.

Was Män­ner im Lau­fe ihres Lebens zur „Prä­ven­ti­on uro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen“ von Bla­se, Nie­ren und Pro­sta­ta, für Potenz und Frucht­bar­keit tun kön­nen, bringt der gleich­na­mi­ge Rat­ge­ber von DGU und BDU auf den Punkt. Auf­klä­rung über Pro­sta­ta­krebs­früh­erken­nung emp­feh­len Deutsch­lands Uro­lo­gen allen Män­nern ab 45 Jah­ren. Nicht zuletzt appel­lie­ren die Exper­ten für Män­ner­ge­sund­heit am dies­jäh­ri­gen Welt­män­ner­tag, alters­be­ding­te uro­lo­gi­sche Erkran­kun­gen des Man­nes wie die gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung, Tes­to­ste­ron­man­gel oder die Erek­ti­le Dys­funk­ti­on im Sin­ne einer guten Lebens­qua­li­tät und der Ver­mei­dung von Fol­ge­er­kran­kun­gen abklä­ren und behan­deln zulassen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und alle Rat­ge­ber der Uro­lo­gen fin­den Inter­es­sier­te jeden Alters — nicht nur an Män­ner­ta­gen — auf www.urologenportal.de

Quel­le: DGU

Aktuelle Studie zeigt: Ballaststoffreiche Ernährung schützt Frauen vor Nierensteinen

Sie sind nur weni­ge Mil­li­me­ter bis zu eini­gen Zen­ti­me­tern groß, bestehen aus Bestand­tei­len des Urins, die sich in den Nie­ren sam­meln und zusam­men­schlie­ßen: die Harn­stei­ne. Die fes­ten Gebil­de kön­nen im gesam­ten Harn­trakt vor­kom­men, je nach Lage spricht man von Nie­ren­stei­nen, Harn­lei­ter­stei­nen oder Bla­sen­stei­nen. Sie ent­ste­hen vor allem in den Kanäl­chen der Nie­re und im Nierenbecken.

Solan­ge sie sehr klein blei­ben, stö­ren sie kaum und wer­den häu­fig unbe­merkt mit dem Urin aus­ge­schie­den. Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn die Stei­ne eine Grö­ße erreicht haben, die einen unkom­pli­zier­ten Abgang auf natür­li­chem Weg unmög­lich machen und dadurch Koli­ken ver­ur­sa­chen. Dann sind unter­schied­li­che medi­zi­ni­sche Maß­nah­men erfor­der­lich: Sie rei­chen von der medi­ka­men­tö­sen Behand­lung über die Stoß­wel­len­li­tho­trip­sie (Zer­trüm­me­rung) bis zu ope­ra­ti­ven, in der Regel mini­mal-inva­si­ven Eingriffen.

Doch mit dem Stein wird nur ein Sym­ptom ent­fernt — nicht die Ursa­che. Viel­fach wird neben einer gene­ti­schen Ver­an­la­gung die Art der Ernäh­rung und Lebens­wei­se für die Ent­ste­hung von Nie­ren­stei­nen ver­ant­wort­lich gemacht. Eine aktu­el­le ame­ri­ka­ni­sche Stu­die ging jetzt der Fra­ge nach, ob es eine Form der Ernäh­rung gibt, die mit einem nied­ri­gen Risi­ko für Nie­ren­stei­ne asso­zi­iert ist. Das Ergeb­nis ist ein­deu­tig: Frau­en bekom­men sel­te­ner Nie­ren­stei­ne, wenn sie sich bal­last­stoff­reich und mit viel Obst und Gemü­se ernähren.

For­scher um den Uro­lo­gen Dr. Mat­thew Soren­sen von der Uni­ver­si­ty of Washin­ton School of Medi­ci­ne haben Ernäh­rungs­da­ten aus der Women’s Health Initia­ti­ve (WHI) Obser­va­tio­nal Stu­dy ana­ly­siert. Ins­ge­samt wur­den 83 922 Frau­en im Alter im mitt­le­ren Alter von 64 Jah­ren unter­sucht. Bei 3471 war ein Nie­ren­stein­lei­den (Neph­rol­i­tia­sis) bekannt. Inner­halb von acht Jah­ren ent­wi­ckel­ten 3,5 Pro­zent der Pro­ban­din­nen Nie­ren­stei­ne. Nach Abgleich aller Risi­ko­fak­to­ren wie Alter, Dia­be­tes, BMI und Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten erwies sich eine höhe­re Auf­nah­me von Bal­last­stof­fen als ein effek­ti­ver Schutz­fak­tor gegen ein Steinleiden.
Im Detail sah das fol­gen­der­ma­ßen aus: Bei Frau­en, die zwi­schen 3 und 11 Por­tio­nen Obst am Tag zu sich nah­men, war das Risi­ko einer Neph­rol­i­tia­sis um 15 Pro­zent gerin­ger als bei Frau­en, die nur ein Stück Obst pro Tag aßen. Noch höher war der Schutz­ef­fekt durch Gemü­se (22 Pro­zent bei bis zu 13,3 Por­tio­nen am Tag ver­gli­chen mit 0 bis 1,2 Por­tio­nen). Erklärt wur­de der Effekt mit einer Erhö­hung des Urin-Volu­mens, ph-Wert, Kali­um, Magne­si­um, Zitrat und Phytat. Dadurch neh­me laut Stu­die die Über­sät­ti­gung mit Kal­zi­um­oxa­lat und Harn­säu­re ab.
Aller­dings gab es auch eine Ein­schrän­kung: Bei Frau­en, die bereits an einem Nie­ren­stein erkrankt waren, konn­te sich eine ver­stärk­te Auf­nah­me von Obst und Gemü­se nicht mehr posi­tiv nie­der­schla­gen. In der Grup­pe ent­wi­ckel­ten 15 Pro­zent der Frau­en ein Nie­ren­stein­lei­den, wäh­rend es in der Grup­pe der Frau­en ohne ein Stein­lei­den in der Vor­ge­schich­te ledig­lich 3 Pro­zent waren. Eine Erklä­rung für die­ses Phä­no­men fan­den die Uro­lo­gen nicht. Die For­scher ver­mu­ten, dass es grund­le­gen­de Unter­schie­de zwi­schen Frau­en, die vor dem 60. Lebens­jahr an einem Nie­ren­stein erkran­ken und sol­chen, bei denen es spä­ter der Fall sei, gibt.

Quel­le: DGU

Artikel im Bergsträsser Anzeiger / Gesundheit im Focus

Gesundheit im Focus

Arti­kel in der Gesund­heits­bei­la­ge des Berg­sträs­ser Anzeigers

Die Krebsfrüherkennung beim Mann — ein aktuelles Thema

Der Pro­sta­ta­krebs ist gegen­wär­tig der am häu­figs­ten dia­gnos­ti­zier­te bös­ar­ti­ge Tumor des Man­nes – etwa 60.000 Män­ner erkran­ken jedes Jahr in Deutsch­land, etwa 15.000 ster­ben jähr­lich dar­an. Ca. 40 Pro­zent aller Män­ner im Alter zwi­schen 60 und 70 Jah­ren beher­ber­gen ohne ihr Wis­sen inner­lich wach­sen­de Tumo­ren. Nach dem Lun­gen­krebs ist die zweit­häu­figs­te krebs­be­ding­te Todes­ur­sa­che der Krebs der Prostata.

Obwohl bereits 1971 in Deutsch­land die Krebs­früh­erken­nungs­un­ter­schung für Män­ner ab 45 Jah­ren als Ange­bot der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ein­ge­führt wur­de, neh­men de fac­to maxi­mal 15 Pro­zent aller Män­ner die­se Mög­lich­keit der Früh­erken­nung wahr. Dabei steht für die Krebs­me­di­zin unmiss­ver­ständ­lich fest: Die wich­tigs­te Rol­le im Kampf gegen den Krebs der Pro­sta­ta spielt die Früh­erken­nung, wobei alle Exper­ten sich einig sind, dass die im Rah­men der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ange­bo­te­ne Früh­erken­nung mit ledig­lich der Tast­un­ter­su­chung mit dem Fin­ger nicht aus­rei­chend ist, eine bös­ar­ti­ge Ver­än­de­rung der Pro­sta­ta zu erken­nen oder auszuschließen.

Was bedeutet die Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Mann?

Ziel der Krebs­früh­erken­nungs­un­ter­su­chung bezüg­lich der Pro­sta­ta ist es, schon früh­zei­tig ver­däch­ti­ge Ver­än­de­run­gen des Organs zu ent­de­cken, um opti­ma­le Hei­lungs­chan­cen wahr­neh­men zu kön­nen. Die mög­li­chen Unter­su­chungs­me­tho­den des Uro­lo­gen zur Fest­stel­lung einer even­tu­ell bös­ar­ti­gen Ver­än­de­rung der Pro­sta­ta sind die rek­ta­le Pal­pa­ti­on, die trans­rek­ta­le Ultra­schall­un­ter­su­chung und das bio­che­mi­sche Test­ver­fah­ren der PSA-Bestim­mung im Blut. Die S 3‑Leitlinie „Pro­statakar­zi­nom“ als von vie­len Exper­ten ent­wi­ckel­te Richt­schnur für Ärz­te und Pati­en­ten emp­fiehlt eine Krebs­früh­erken­nungs­un­ter­su­chung bereits ab dem 40. Lebens­jahr, um ins­be­son­de­re den PSA-Wert als Basis zu nut­zen und anhand des Ver­lau­fes prä­zi­ser fest­stel­len zu kön­nen, ob der Ver­dacht auf einen Pro­sta­ta­krebs vor­liegt. Zeigt der Wert bei der Erst­un­ter­su­chung mehr als 4,0 ng/ml, emp­fiehlt die Leit­li­nie eine Gewe­be­pro­be; zwi­schen 2 und 4 ng/ml eine Kon­trol­le in einem Jahr, bei unter 2 ng/ml eine Kon­trol­le in 2 Jah­ren. Steigt der Basis­wert über 0,75 ng/ml pro Jahr, soll­te eben­falls eine Gewe­be­pro­be Auf­schluss über den aktu­el­len Befund geben. Zur indi­vi­du­el­len Beur­tei­lung und Pla­nung der wei­te­ren Schrit­te emp­fiehlt sich in jedem Fall die ver­trau­ens­vol­le Bera­tung durch einen Uro­lo­gen. Da die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen nur die Kos­ten für die Tast­un­ter­su­chung tra­gen, sind die dar­über­hin­aus­ge­hen­den Leis­tun­gen vom Pati­en­ten selbst zu tra­gen, bedeu­ten aber in jedem Fall eine sehr gute Inves­ti­ti­on – zudem eine nicht wirk­lich kost­spie­li­ge – in die eige­ne Gesund­heit und Lebensqualität.

Die aktu­ell emp­foh­le­ne Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung — wenn wahr­ge­nom­men — mini­miert das Risi­ko, am Pro­statakar­zi­nom zu verster­ben, denn sie bezieht neben den dia­gnos­ti­schen Ergeb­nis­sen auch die per­sön­li­chen Risi­ko­fak­to­ren des Pati­en­ten, fami­liä­re Dis­po­si­tio­nen sowie den Ein­fluss von Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten in das Unter­su­chungs­kon­zept mit ein.

Wie beurteilen die Fachleute den Nutzen der Früherkennung?

Das Ziel der Früh­erken­nung besteht dar­in, das Pro­statakar­zi­nom frü­hest- mög­lich – noch vor dem Auf­tre­ten von Sym­pto­men — zu dia­gnos­ti­zie­ren, denn nur organ­be­grenz­te Tumo­ren sind heil­bar. Sol­che Tumo­ren ver­ur­sa­chen aber im frü­hen Sta­di­um kei­ne Sym­pto­me, so dass sie bei einem beschwer­de­frei­en Pati­en­ten aus­schließ­lich durch eine Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung auf­ge­deckt wer­den kön­nen. Die Schwie­rig­keit in Dia­gnos­tik und The­ra­pie liegt nun dar­in, dass sich das Wachs­tum des Pro­statakar­zi­noms sehr lang­sam voll­zieht. Ist der Tumor noch sehr klein oder wenig aggres­siv im Wachs­tum, ist eine The­ra­pie oft gar nicht not­wen­dig. Hat die Geschwulst jedoch ein bestimm­tes Sta­di­um über­schrit­ten, ist Hei­lung nicht mehr mög­lich. Sinn der Früh­erken­nung durch den Uro­lo­gen ist es also, die Kar­zi­no­me zu erfas­sen, die aus dem unauf­fäl­li­gen Sta­di­um her­aus­ge­tre­ten sind, aber noch nicht die Gren­ze zu den nicht mehr kom­plett heil­ba­ren Tumo­ren über­schrit­ten haben.

Die­ses Feld der organ­be­grenz­ten, heil­ba­ren Kar­zi­no­me kann nur durch regel­mä­ßi­ge Unter­su­chun­gen beim Uro­lo­gen erfolg­reich ein­ge­grenzt wer­den. Denn nur die früh­zei­ti­ge Dia­gno­se des Pro­statakar­zi­no­mes und die ange­mes­se­ne Bera­tung hin­sicht­lich der sinn­vol­len Behand­lungs­stra­te­gie wah­ren die Chan­cen einer für den Pati­en­ten mög­lichst lan­gen Lebens­er­war­tung bei maxi­ma­ler Lebensqualität.

Quel­le: DGU

Große Hitze begünstigt die Steinbildung: Urologen warnen vor der Sommerkrankheit Harnsteine

Mit stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren nimmt Som­mer für Som­mer die Zahl der Harn­stein­er­kran­kun­gen dras­tisch zu: Hit­ze, ver­stärk­tes Schwit­zen und unzu­rei­chen­des Trin­ken begüns­ti­gen die Nie­ren­stein­bil­dung. Die Deut­sche Gesell­schaft für Uro­lo­gie e.V. (DGU) und der Berufs­ver­band der Deut­schen Uro­lo­gen e.V. (BDU) raten in der aktu­el­len Hit­ze­pe­ri­ode des­halb, an hei­ßen Som­mer­ta­gen auf eine deut­lich erhöh­te Trink­men­ge zu ach­ten. Das gel­te beson­ders für Pati­en­ten mit Harn­stei­nen in der Vor­ge­schich­te, denn das Risi­ko, einen wei­te­ren Stein zu ent­wi­ckeln, ver­dop­pelt sich mit jedem Steinereignis.

 

Jetzt in den Som­mer­mo­na­ten ist das Risi­ko, Harn­stei­ne zu ent­wi­ckeln, beson­ders groß. „An hei­ßen Tag geht von der auf­ge­nom­me­nen Flüs­sig­keits­men­ge ein gro­ßer Anteil über Atmung und Schwit­zen ver­lo­ren“, sagt Prof. Dr. Tho­mas Knoll, Vor­sit­zen­der des DGU-Arbeits­krei­ses Harn­stei­ne. Das hat zur Fol­ge, dass die Urin­men­ge gerin­ger wird, weil die Flüs­sig­keit abge­zo­gen wird. „Gro­ße Hit­ze, inten­si­ves Schwit­zen und eine ver­min­der­te Trink­men­ge fär­ben den Urin im Extrem­fall bier­braun. Dann sind die lös­li­chen Sal­ze, die von den Nie­ren aus­ge­schie­den wer­den, im Urin in höhe­rer Kon­zen­tra­ti­on vor­han­den. Dies begüns­tigt die Bil­dung von Nie­ren­stei­nen, die ent­ste­hen, wenn Stof­fe aus­kris­tal­li­sie­ren, die übli­cher­wei­se im Harn gelöst wer­den“, so der Chef­arzt der Uro­lo­gi­schen Kli­nik Sindelfingen.

Er emp­fiehlt an hei­ßen Som­mer­ta­gen eine deut­lich erhöh­te Trink­men­ge und auf die hell­gel­be Fär­bung des Urins zu ach­ten. Herz­ge­sun­de soll­ten schon bei nor­ma­len Tem­pe­ra­tu­ren und durch­schnitt­li­cher kör­per­li­cher Akti­vi­tät cir­ca zwei Liter Flüs­sig­keit über den Tag ver­teilt trin­ken. Richt­wert für die rich­ti­ge Trink­men­ge soll­te die Urin­fär­bung, aber auch die Urin­men­ge sein. Im bes­ten Fall ist der Urin was­ser­klar. „Es ist schwie­rig, die opti­ma­le Urin­men­ge fest­zu­le­gen. Bei fünf Mal täg­li­chem Was­ser­las­sen mit jeweils 400 ml Urin­men­ge ergibt sich als durch­schnitt­li­cher Richt­wert eine 24-Stun­den-Aus­schei­dung von etwa 2000 ml“, sagt Prof. Knoll. Bei gro­ßer Hit­ze und/oder „schweiß­trei­ben­der“ kör­per­li­cher Belas­tung muss die Trink­men­ge deut­lich höher als zwei Liter betra­gen. Von Vor­teil ist es, häu­fig klei­ne Flüs­sig­keits­men­gen zu trin­ken. „Min­des­tens 100 ml Flüs­sig­keit soll­te dem Kör­per pro Stun­de zuge­führt wer­den, um Nie­ren­stei­nen effek­tiv vorzubeugen.“
Deut­sches Lei­tungs­was­ser und unge­süß­te Tees sei­en dafür genau­so geeig­net wie teu­re Mine­ral­was­ser mit klang­vol­lem Namen oder Harn­tees, betont BDU-Pres­se­spre­cher Dr. Wolf­gang Büh­mann. Ver­zich­ten soll­te man grund­sätz­lich auf gezu­cker­te Limo­na­den, da sie das Risi­ko für die Ent­ste­hung von Nie­ren­stei­nen erhö­hen. „Neben aus­rei­chen­der Flüs­sig­keits­zu­fuhr die­nen Bewe­gung, ein nor­ma­les Kör­per­ge­wicht und eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung der Prä­ven­ti­on von Harn­stein­er­kran­kun­gen“, so Dr. Büh­mann wei­ter. So kann sich eine Purin-arme Ernäh­rung, mit einem gerin­gen Anteil an Fleisch, Wurst, Inne­rei­en und Hül­sen­früch­ten, sowie das Ver­mei­den von Lebens­mit­teln mit hohem Oxa­lat-Gehalt wie Spi­nat, Rha­bar­ber und Man­gold, güns­tig auswirken.

Quel­le: Deut­sche Gesell­schaft für Urologie

Optimale Früherkennung von urologischen Krebserkrankungen — Vorsorge mit IGel

Lie­be Pati­en­tin, lie­ber Patient!

Dia­gno­se- und The­ra­pie­mög­lich­kei­ten in der Medi­zin unter­lie­gen einem immer schnel­ler wer­den­den Wan­del, der durch Fort­schrit­te in Wis­sen­schaft und Tech­nik begrün­det ist.
Die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se bie­tet einen weit­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­schutz im Krank­heits­fall. Aller­dings garan­tiert sie kei­ne “Rund­um­ver­sor­gung”.

So sind zahl­rei­che ärzt­li­che Leis­tun­gen, ins­be­son­de­re auch auf uro­lo­gi­schem Gebiet, nicht im Leis­tungs­ka­ta­log der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen ent­hal­ten und dür­fen von der Kran­ken­kas­se auch nicht über­nom­men wer­den, obwohl sie durch­aus emp­foh­len wer­den können.

Die­se Leis­tun­gen sind Wunsch­leis­tun­gen und müs­sen Ihnen von Ihrem Uro­lo­gen in Rech­nung gestellt werden.

 

Spe­zi­el­le Vorsorgeuntersuchungen:

Komplett-Vorsorge zur Früherkennung urologischer Krebserkrankungen”

Die gesetz­li­che Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung für den Mann ist vor 30 Jah­ren aus­ge­ar­bei­tet wor­den. Zum damals ein­ge­führ­ten Leis­tungs- spek­trum sind seit­her kei­ne neu­en Unter­su­chun­gen hin­zu­ge­fügt wor­den, viel­mehr ist die Urin­un­ter­su­chung aus der gesetz­li­chen Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung sogar nach­träg­lich her­aus­ge­nom­men worden.

In der Zwi­schen­zeit sind aber meh­re­re dia­gnos­ti­sche Mög­lich­kei­ten ent­wi­ckelt wor­den, die nach­weis­lich in vie­len Fäl­len eine siche­re­re und schnel­le­re Dia­gno­se von Krebs­er­kran­kun­gen gera­de auch im Anfangs- sta­di­um ermöglichen.
Aus fach­ärzt­lich-uro­lo­gi­scher Sicht kön­nen die­se Zusatz­un­ter­su­chung zur Ver­bes­se­rung der Früh­erken­nungs­ra­te von uro­lo­gi­schen Krebs- erkran­kun­gen sinn­voll sein. Denn vie­le die­ser Erkran­kun­gen ver­lau­fen oft lan­ge Zeit ohne Beschwer­den. Weil die­se zusätz­li­chen Unter­su­chun­gen aber nicht zum Leis­tungs­in­halt der gesetz­li­chen Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung zäh­len, müs­sen sie als Wunsch­leis­tung pri­vat in Rech­nung gestellt werden.

Zu die­sen emp­feh­lens­wer­ten zusätz­li­chen Unter­su­chun­gen zählen:

  • Die Bestim­mung des PSA (Pro­sta­ta spe­zi­fi­sches Antigen).
  • Die Ultra­schall­un­ter­su­chung des Harntraktes.
  • Die Urin­un­ter­su­chung auf krank­haf­te Bestandteile.

Nierencheck für die Frau”

Eine gesetz­li­che Vor­sor­ge­un­ter­su­chung zur Früh­erken­nung von Krebs­er­kran­kun­gen oder Funk­ti­ons­stö­run­gen des Harn­trak­tes bei der Frau gibt es nicht.

Die von Ihrem Uro­lo­gen ange­bo­te­ne spe­zi­el­le fachu­ro­lo­gi­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chung für die Frau dient der Früh­erken­nung von Krebs­er­kran­kun­gen des Harn­trak­tes, von Nie­ren­funk­ti­ons­stö­run­gen, chro­ni­schen Ent­zün­dun­gen und Stein­erkran­kun­gen. Sol­che Erkran­kun­gen ver­ur­sa­chen oft lan­ge Zeit kei­ne Beschwer­den. Es han­delt sich um wenig auf­wen­di­ge und prak­tisch schmerz­lo­se Unter­su­chungs­maß­nah­men, mit wel­chen sich die Früh­erken­nungs­ra­te von Krank­hei­ten des Harn­trak­tes deut­lich stei­gern lässt.

Fortgesetzte Potenzbehandlung”

Die Potenz des Man­nes ist im lau­fe des Lebens nie­mals von gleich­blei­ben­der Qua­li­tät, son­dern erheb­li­chen Schwan­kun­gen und einem alters­ge­mä­ßen Kräf­te­ver­fall unter­wor­fen. Chro­ni­sche Erkran­kun­gen, aber auch Stress und psy­chi­sche Belas­tun­gen kön­nen sich nach­tei­lig und schä­di­gend auf die Potenz des Man­nes auch schon in mitt­le­ren Lebens­jah­ren aus­wir­ken. Die moder­ne Medi­zin hat erfolg­ver­spre­chen­de Metho­den zur Unter­su­chung und Behand­lung der Potenz­schwä­che ent­wi­ckelt. Ihr Uro­lo­ge ist beson­ders sexu­al­me­di­zi­nisch aus- und wei­ter­ge­bil­det und hilft Ihnen ger­ne, Ihre Potenz wie­der zu ver­bes­sern, falls Sie dies­be­züg­li­che Pro­ble­me haben.

Wechseljahre des Mannes”

Sicher wol­len Sie Ihre Lebens­qua­li­tät auch mit zuneh­men­dem Alter in jeder Hin­sicht erhalten.

Wün­schen Sie sich eine Opti­mie­rung der geis­ti­gen und kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit? Eine posi­ti­ve­re Lebens­ein­stel­lung? Eine Ver­bes­se­rung der sexu­el­len Aktivität?

In einem indi­vi­du­el­len Bera­tungs­ge­spräch kann Ihr Uro­lo­ge geeig­ne­te Behand­lungs­me­tho­den fest­le­gen, die alters­mä­ßi­ge Gesund­heits­ver­än­de­run­gen posi­tiv beein­flus­sen kön­nen. Eine gro­ße Zahl der nie­der­ge­las­se­nen Uro­lo­gen in Deutsch­land hat sich auf die­sem neu­es­ten Gebiet der medi­zi­ni­schen Erkennt­nis wei­ter­ge­bil­det und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Die auf­ge­führ­ten, nicht unbe­dingt not­wen­di­gen, aber sehr sinn­vol­len und emp­feh­lens­wer­ten uro­lo­gi­schen Leis­tun­gen sind nach der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te pri­vat zu bezah­len. Eine Erstat­tung durch die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se ist nicht möglich.

Quel­le: Deut­sche Gesell­schaft für Urologie