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	<title>Frauen | Urologische Praxis</title>
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		<title>Die überaktive Blase</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Platzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jan 2016 17:10:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Für das Krankheitsbild der überaktiven Blase werden zahlreiche Begriffe verwendet. Häufig ist von einer Overactive Bladder (OAB) oder im deutschen verständlicher, der Reizblase, die Rede.Nach Definition der Internationalen Kontinenzgesellschaft (ICS) handelt es sich um einen gehäuften Harndrang (&#62; 10maliges Wasserlassen in 24h) in Kombination mit einem sogenannten imperativen Harndrang. Hierunter versteht man, dass nach Eintreten &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="c6580" class="csc-default">
<p>Für das Krankheitsbild der überaktiven Blase werden zahlreiche Begriffe verwendet. Häufig ist von einer Overactive Bladder (OAB) oder im deutschen verständlicher, der Reizblase, die Rede.Nach Definition der Internationalen Kontinenzgesellschaft (ICS) handelt es sich um einen gehäuften Harndrang (&gt; 10maliges Wasserlassen in 24h) in Kombination mit einem sogenannten imperativen Harndrang. Hierunter versteht man, dass nach Eintreten des Harndranges unmittelbar die Toilette aufgesucht werden muss, da die Blasenentleerung sonst unkontrolliert erfolgt. Laut Definition liegt dem Beschwerdebild keine vom Arzt fassbare Ursache (idiopathisch) zugrunde. Mögliche fassbare Ursachen für eine derartige Symptomatik wären z.B. Blasensteine, eine Prostatavergrößerung oder möglicherweise auch Blasenkrebs. Daher sind die unten genannten Untersuchungen notwendig, um das Beschwerdebild entsprechend abgrenzen zu können und die Diagnose zu sichern.</p>
<p>Urinverluste können im Rahmen des Beschwerdebildes auftreten (Dranginkontinenz). Die Erkrankung kann jedoch auch ohne Urinverlust bestehen und sich lediglich in einem störend häufigen Harndrang äußern.</p>
<p>Von einer überaktive Blase sind ca. 16% aller erwachsenen Menschen betroffen. Der Anteil der betroffenen weiblichen Bevölkerung wird dabei mit 8–42% und der männlichen Bevölkerung mit 10–26% angegeben. Frauen sind im Allgemeinen 20 Jahre früher betroffen als Männer. Die Häufigkeit des Beschwerdebildes steigt dabei mit zunehmenden Alter.</p>
<p>Gesicherte unabhängige Risikofaktoren für die Entstehung einer Reizblase sind somit Alter und Übergewicht.</p>
<p>Erkrankungen die häufig begleitend auftreten sind Depressionen, Verstopfung und Erektionsstörungen.</p>
</div>
<div id="c149" class="csc-default">
<h3>Diagnostik</h3>
<p>Da es sich bei der überaktiven Blase letztlich um eine Ausschlussdiagnose handelt, werden vor Einleitung einer Therapie vom Urologen in der Regel verschiedene Untersuchungen vorgenommen.</p>
<p>Wichtigster Punkt hierbei ist das eingehende Anamnesegespräch um das Beschwerdebild genau zu erfassen. An weitergehenden Untersuchungen schließen sich oft eine Urindiagnostik zum Ausschluss zum Beispiel eines Harnwegsinfektes und eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege (Blase, Nieren, Restharnmessung) an. Bei Männern ist zudem eine Tastuntersuchung bzw. Ultraschalluntersuchung der Prostata zu empfehlen.</p>
<p>Um entzündliche Veränderungen der Blasenschleimhaut oder evtl. bestehende Blasentumoren sicher zu erkennen, ist zudem oft eine Blasenspiegelung (siehe dort) notwendig.</p>
<p>Optional kann zusätzlich eine sog. Urodynamik (siehe Kapitel Harninkontinenz) weiteren Aufschluss über die Blasenkapazität, Blasendrücke und das Zusammenspiel zwischen Blasen- und Schließmuskel geben.</p>
<p>Oft ist es hilfreich, wenn betroffene Patienten ein sog. Miktionstagebuch führen. Hierbei werden sämtliche Toilettenbesuche (Wasserlassen) über mindestens 48h sowohl tags, als auch nachts mit Angabe des Urinvolumens protokolliert.</p>
<p>Hieraus ist objektiver ersichtlich wie viele Toilettenbesuche tatsächlich erfolgten und wie ausgeprägt das Beschwerdebild ist. Im Verlauf der Behandlung lassen sich hierdurch auch Therapieerfolge objektivieren.</p>
</div>
<div id="c152" class="csc-default">
<h3>Therapie</h3>
<p>Sollten ursächliche Erkrankungen (z.B. Nervenerkrankungen, Blasenstein, Prostatavergrößerung, Blasentumor) ausgeschlossen sein, bestehen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten einer überaktiven Blase.</p>
<p>Je nach Entstehung der Symptomatik, vorheriger Therapie und Präferenz des Patienten können ein Verhaltenstraining, eine psychosomatische Behandlung, eine medikamentöse Therapie (Tabletten, Anwendung von Botulinumtoxin A), eine Elektrostimulationsbehandlung oder eine sakrale Neuromodulation zum Einsatz kommen.</p>
</div>
<div id="c153" class="csc-default">
<h3>Verhaltenstraining und psychosomatische Behandlung</h3>
<p>In Studien konnte gezeigt werden, dass sich das Beschwerdebild einer überaktiven Blase durch ein Verhaltenstraining deutlich verbessert kann. Ziel hierbei ist v.a. den Toilettengang heraus zu zögern und eingewöhnte Mechanismen zu durchbrechen. Hier bedarf es zur effektiven Therapie aber einer professionellen Anleitung. Der Urologe vor Ort kann ggf. fachkundige Hilfe vermitteln.</p>
<p>In Einzelfällen können auch Somatisierungstörungen Ursache einer überaktiven Blase sein. In diesem Fall ist eine fachkundige psychosomatische Mitbeurteilung hilfreich.</p>
</div>
<div id="c154" class="csc-default">
<h3>Elektrostimulation und Biofeedback-Training</h3>
<p>Diese Verfahren sind nicht schmerzhaft und vom Patienten im heimischen Umfeld selber anwendbar. Über Elektroden im Damm- und Vaginalbereich können Patientinnen und Patienten die Beckenbodenmuskulatur trainieren und eine verbesserte Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur erhalten.</p>
<p>Eine Einweisung in die Anwendung des Gerätes und eine Therapieüberwachung sollte professionell erfolgen. Entsprechende Therapeuten können vom Urologen vor Ort vermittelt werden.</p>
<p>Als noch effektiver hat sich diese Therapie in Kombination mit einer physiotherapeutischen Beckenbodengymnastik erwiesen.</p>
<p>Insgesamt ist diese Behandlungsoption nebenwirkungsarm, stellt jedoch für Patienten einen erheblichen Zeitaufwand dar, da das Training oftmals täglich (im häuslichen Umfeld) und über mehrere Monate erfolgen muss, um einen Therapieerfolg zu bemerken.</p>
</div>
<div id="c155" class="csc-default">
<h3>Medikamentöse Therapie</h3>
<p>Die am häufigsten gewählte Therapieoption ist eine medikamentöse Therapie in Tablettenform. Das Wirkprinzip dieser sog. Anticholinergika ist dabei ähnlich. Es werden Rezeptoren im Bereich des Blasenmuskels blockiert. Dies führt dazu, dass sich der Blasenmuskel nicht mehr so kräftig zusammenziehen kann. Zusätzlich gibt es Hinweise, dass durch die Medikamente die Reize aus der Harnblase, welche den Harndrang verursachen, ebenfalls blockiert oder gehemmt werden.</p>
<p>Die Kombination senkt die Häufigkeit der Toilettenbesuche und unkontrollierte Urinverluste durch die Drangsymptomatik.</p>
<p>Der Therapieerfolg setzt meist erst nach einigen Tagen oder Wochen der Therapie ein. Sollte ein Präparat nicht den gewünschten Erfolg zeigen, kann ein anderer Wirkstoff probiert werden. Der Urologe vor Ort berät betroffene Patienten, welches Präparat im Rahmen von etwaigen Begleiterkrankungen zu empfehlen ist.</p>
<p>Häufige Nebenwirkungen dieser Wirkstoffgruppe können Mundtrockenheit oder Verstopfung sein. Insgesamt ist die Verträglichkeit jedoch zumeist gut und die Wirkung der Wirkstoffgruppe durch zahlreiche Studien belegt.</p>
</div>
<div id="c156" class="csc-default">
<h3>Botulinumtoxin A</h3>
<p>Die Verwendung von Botulinumtoxin A im Rahmen der Therapie einer überaktiven Blase erfolgt, wenn die bereits angeführten Therapieoptionen keinen Erfolg hatten, oder für den Patienten unverträglich waren.</p>
<p>Die Anwendung erfolgt im Rahmen einer Blasenspiegelung (siehe dort) ambulant oder stationär mit einer lokalen Betäubung der Harnblase. Im Rahmen der Spiegelung wird mit einer feinen Nadel an verschiedenen Stellen der Harnblase Botulinumtoxin A injiziert. Der Eingriff dauert meist zwischen 10 und 20 Minuten und ist nicht oder nur wenig schmerzhaft.</p>
<p>Bei Botulinumtoxin A handelt es sich um ein Nervengift, welches die Signalübertragung in der Blasenmuskulatur hemmt. Hierdurch kann sich der Blasenmuskel nicht mehr, oder weniger stark zusammenziehen und die Häufigkeit der Blasenentleerungen sinkt.</p>
<p>Bis zum vollen Wirkeintritt vergehen ca. 2 Wochen. Die Wirkung hält zwischen 6 und 12 Monaten an. Hiernach ist eine erneute Durchführung der Injektion notwendig.</p>
<p>Die Vorteile der Therapie sind deutlich weniger Nebenwirkungen im Sinne einer Mundtrockenheit und in Studien eine etwas höhere Trockenheitsrate bei gleichzeitig bestehender Dranginkontinenz.</p>
<p>Als nachteilig erwies sich eine höhere Anzahl von Harnwegsinfekten im Vergleich zu den Anticholinergika und das Risiko eines Harnverhaltes. Hierzu kann es bei einem überschießenden Ansprechen der Botulinumtoxinwirkung kommen. Der Blasenmuskel ist nicht mehr in der Lage sich selbstständig zusammenzuziehen und der Patient kann nicht mehr kontrolliert Wasser lassen. Dieser Zustand wird vom Urologen dann als Harnverhalt bezeichnet.</p>
<p>Die Dauer dieser unerwünschten Wirkung ist durch die zeitlich begrenzte Wirkung von Botulinumtoxin A auf 6–12 Monate limitiert. In dieser Zeit kann es notwendig sein, dass sich die betroffenen Patienten täglich mehrfach selber katheterisieren.</p>
<p>Quelle DGU</p>
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		<title>Der unwillkürliche Harnverlust (Harninkontinenz)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Platzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2015 13:35:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Allgemeines Der unwillkürliche, unkontrollierte Harnverlust wird vom Urologen als Harninkontinenz bezeichnet. Der betroffene Patient ist außerstande, den Zeitpunkt des Wasserlassens selbst zu bestimmen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Störung des komplexen Zusammenspiels zwischen Harnblase, Harnröhre, Harnblasenschließmuskel, und Beckenbodenmuskulatur kann zu diesem Beschwerdebild beitragen. Beim Mann kann zudem eine vergrößerte Prostata zu einer Blasenentleerungsstörung führen, &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="c6387" class="csc-default">
<h3>Allgemeines</h3>
<p>Der unwillkürliche, unkontrollierte Harnverlust wird vom Urologen als Harninkontinenz bezeichnet. Der betroffene Patient ist außerstande, den Zeitpunkt des Wasserlassens selbst zu bestimmen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Störung des komplexen Zusammenspiels zwischen Harnblase, Harnröhre, Harnblasenschließmuskel, und Beckenbodenmuskulatur kann zu diesem Beschwerdebild beitragen. Beim Mann kann zudem eine vergrößerte Prostata zu einer Blasenentleerungsstörung führen, welche ebenfalls unkontrollierte Urinverluste zu Folge haben kann.</p>
<p>Die Harninkontinenz ist ein verbreitetes Leiden, das bevorzugt Frauen im mittleren und höheren Lebensalter, aber auch jüngere Menschen und Männer betrifft. Durch die zunehmende Lebenserwartung und Patienten, welche auch im höheren Alter ihr Leben aktiv gestalten kommt dieser Erkrankung eine immer größere medizinische und gesellschaftliche Bedeutung zu.</p>
<p>In Deutschland sind schätzungsweise etwa 6 Millionen Menschen von einer Harninkontinenz betroffen. Oft wird dieses Leiden vom Patienten aus Schamgefühl selbst dem Arzt gegenüber nicht erwähnt. Unangenehme Begleiterscheinungen des unwillkürlichen Harnabgangs können Geruchsentwicklung und Hauterkrankungen im Genitalbereich durch das feuchte Milieu sein.</p>
<p>Der seelische Leidensdruck durch eine Inkontinenz ist hoch und kann zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen. Eine Mitbehandlung durch einen Urologen ist in jedem Fall sinnvoll, um die Ursache der Inkontinenz besser zu beurteilen und Therapieoptionen aufzuzeigen.</p>
</div>
<div id="c6385" class="csc-default">
<h3>Formen und Ursachen einer Harninkontinenz</h3>
<p>Der Urologe unterscheidet zwischen einer Belastungs- und einer Dranginkontinenz.</p>
<p>Bei einer Belastungsinkontinenz tritt der Urinverlust typischerweise unter körperlicher Belastung auf. Bei einer leichteren Ausprägung geht Urin vor allem bei schwerer körperlicher Arbeit verloren. Ebenso können Urinabgänge beim Husten, Lachen oder Niesen auftreten. Bei sehr schweren Formen der Belastungsinkontinenz treten Urinverlust auch in körperliche Ruhe und im Liegen auf. Betroffen sind hier vor allem Frauen. Ein wichtiger Risikofaktor kann dabei eine Schädigung des Beckenbodens durch (mehrfache) vaginale Entbindungen sein. Seltenere Ursachen sind z.B. Fistelbildungen zwischen Scheide und Harnblase, als Folge von Verletzungen, Operationen oder einer Strahlentherapie. Auch Männer können von einer Belastungsinkontinenz betroffen sein. Hier treten die Beschwerden als unerwünschte Nebenwirkung zum Beispiel nach einer radikalen Prostatakrebsoperation oder nach einer operativen Verkleinerung der Prostata bei gutartiger Vergrößerung auf.</p>
<p>Bei einer Dranginkontinenz kommt es zu unwillkürlichen, unkontrollierten Urinverlusten, welche normalerweise mit einem schnell auftretenden Harndrang einhergehen. Der Urin kann dabei nicht bis zum Aufsuchen der Toilette zurückgehalten werden und entleert sich oft schwallartig. Begleitend ist oftmals eine häufiger Harndrang mit entsprechend gehäuften Toilettenbesuchen, welche bei sehr kurzen Intervallen von teils &lt;30 Minuten auch erheblich beeinträchtigen sind. Von einer sogenannten Überaktiven Blase („Reizblase“) mit begleitender Inkontinenz sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Ursache einer solchen Symptomatik können bakterielle Infektionen der Harnblase, Blasentumore, Nervenerkrankungen, Rückenmarksschäden oder Fremdkörper in der Blase sein. Sehr häufig findet man allerdings keinen Auslöser für diese Erkrankung. Mischformen zwischen beiden Inkontinenzformen treten auf.</p>
</div>
<div id="c6382" class="csc-default">
<h3>Untersuchung durch den Urologen</h3>
<p>Neben der allgemeinen ärztlichen Untersuchung stehen verschiedene spezielle Untersuchungen zur Beurteilung und Therapieplanung bei Inkontinenz zur Verfügung.</p>
<p><b><i>Trink- und Miktionsprotokoll</i></b></p>
<p>Vom Patienten über mindestens 48h Stunden zu führende Tabelle, in welcher er die Trinkmenge, die Toilettenbesuche (Uhrzeit), die Urinmenge, unwillkürliche Urinverluste und Drangepisoden dokumentiert. Ein solches Protokoll hilft dem Urologen das Problem zu objektivieren und Situationen zu erkennen, in welchen es zu gehäuften Harndrang kommt.</p>
<p><b><i>Pad-Test</i></b></p>
<p>Bei diesem Verfahren wird der Patient bei gefüllter Blase mit einer Inkontinenzvorlage ausgestattet. Unter definierter körperlicher Belastung, oder Tragen über einen längeren Zeitraum (24h) treten z.B. bei einer Belastungsinkontinenz Urinverluste auf. Die Vorlagen können hiernach gewogen werden und die Menge des Urinverlustes bestimmt werden.</p>
<p><b><i>Blasenspiegelung/vaginale Untersuchung</i></b></p>
<p>Zur näheren Abklärung einer Inkontinenz ist eine Blasenspiegelung (siehe dort) unerlässlich. Die Untersuchung erlaubt dem Urologen krankhafte Veränderungen und damit Ursachen einer Inkontinenz in der Blase zu erkennen. Des Weiteren lässt diese Untersuchung eine Beurteilung der Beckenbodenmuskulatur und des Blasenschließmuskel zu. Bei Frauen wird die Untersuchung oft mit einer vaginalen Untersuchung kombiniert, um eine evtl. bestehende Blasensenkung zu erkennen.</p>
<p><b><i>Urodynamik</i></b></p>
<p>Um den Ablauf der Blasenentleerung, die Steuerung der Blase durch die Nerven und die in der Harnblase während des Wasserlassens herrschenden Drücke zu messen und zu beurteilen kann eine sog. Urodynamische Messung (Urodynamik) erfolgen. Hierbei wird ein dünner Blasenkatheter in die Harnblase eingeführt und die Blase vollständig entleert. Über den Katheter kann nun der Druck in der Harnblase bestimmt werden. Aus messtechnischen Gründen ist es gleichzeitig notwendig einen dünnen Ballonkatheter im Enddarm zu platzieren.</p>
<p>Die Blase wird nun computergesteuert mit warmer Kochsalzlösung langsam gefüllt. Es wird damit eine natürliche Füllung der Harnblase mit Urin im Zeitraffer simuliert. Während der Messung wird der Patient befragt, ob er einen Harndrang verspürt und wie stark dieser ist. Auch Urinverluste werden während der Messung dokumentiert. Wenn die Blase so stark gefüllt ist, dass der Patient einen Harndrang verspürt, wird dieser aufgefordert bei liegendem Katheter zu urinieren. Hierbei werden nun erneut die Druckwerte in der Blase gemessen. Die Untersuchung erlaubt Rückschlüsse auf die Art einer Inkontinenz und kann Auskunft geben, ob etwaige operative Therapieverfahren sinnvoll sind. Weiterhin erhält der Arzt Informationen über die Druckverhältnisse in der Harnblase und kann anhand dieser beurteilen, ob ein Risiko für eine Nierenschädigung (z.B. bei sehr hohen Blasendrücken) besteht.</p>
<p>Bei der sog. Video-Urodynamik werden parallel zu der Druckmessung Röntgenbilder der Harnblase und des Harntraktes angefertigt, welche die Arbeit des Beckenbodens und der Harnblase besser beurteilen lassen. Eine Urodynamische-Messung ist durch die Katheteranlage für Patienten zwar etwas unangenehm, allerdings nicht schmerzhaft.</p>
<div id="c6381" class="csc-default">
<h3>Welche Therapieverfahren sind möglich?</h3>
<p><b>Belastungsinkontinenz der Frau</b></p>
<p>Da diese Inkontinenzform oft auf einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und des umgebenden Bindegewebes beruht, ist insbesondere bei leichten Formen der Belastungsinkontinenz eine professionell angeleitete Beckenbodengymnastik hilfreich. Um die Problematik effektiv zu verbessern ist eine regelmäßige Anwendung notwendig. Eine kurzfristige Therapie von z.B. 2–3 Wochen bringt keinen Erfolg.</p>
<p>Bei einer Belastungsinkontinenz ist ergänzend zur Beckenbodengymnastik der Wirkstoff Duloxetin zur Verbesserung der Inkontinenzsymptomatik zugelassen. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich ursprünglich um ein Antidepressivum. Nebenwirkungen können, insbesondere bei schneller Dosissteigerung, auftreten und z.T. ausgeprägt sein.&nbsp;Sollte eine schwerwiegendere Belastungsinkontinenz bei einer Frau bestehen, so bestehen auch operative Möglichkeiten diese zu beseitigen oder zu lindern. Gänge Verfahren sind hierbei das Einbringen eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre. Dies erfolgt entweder über einen kleinen Schnitt durch die Bauchdecke (TVT: Tension-free Vaginal Tape) oder über die Schenkelbeuge (TVT‑O: Tension-free Vaginal Tape Obturator). Die Erfolgsraten hinsichtlich der Beseitigung der Belastungsinkontinenz mit diesen Verfahren sind hoch. Zu beachten ist jedoch, dass einmal in den Körper eingebrachtes Bandmaterial schwierig bis gar nicht zu entfernen ist. Nebenwirkungen wie Entzündungen des Bandmaterials oder Fremdkörpergefühl/Schmerzen können auftreten.</p>
<p><i>Die Indikation ist daher kritisch zu stellen.</i></p>
<p>Sollte bei einer Frau die Belastungsinkontinenz mit einer komplexen Senkung des Beckenbodens einhergehen kann auch das Einbringen von größeren Netzen in den Beckenboden notwendig werden. Hier ist besonders die Mitbeurteilung durch einen Gynäkologen zu empfehlen. Als Alternative besteht die Möglichkeit den Blasenhals operativ ohne Einbringen von Netzmaterialien anzuheben. Diese Methode nennt der Urologe Kolpussuspension nach Burch. Die Methode ist in etwa so erfolgversprechend wie die genannten Bandoperationen. Es kann jedoch nach einigen Jahren zu einem erneuten Auftreten der Inkontinenz kommen, was eine Wiederholung des Eingriffes notwendig macht.</p>
<p><b>Belastungsinkontinenz des Mannes</b></p>
<p>Häufigste Ursache einer männlichen Belastungsinkontinenz ist, trotz immer weiter verbesserter OP-Technik, eine Schädigung des Schließmuskels im Rahmen einer radikalen Prostatakrebsoperation. Während in den ersten 6 Monaten nach einer solchen Operation noch relativ viele Männer Inkontinenzvorlagen benutzen müssen, sinkt die Zahl der Betroffenen hiernach auf ca. 2–10%. In der Rehabilitationsphase ist vor allem eine intensive und professionelle Anleitung zur Beckenbodengymnastik hilfreich. Sollte im langfristigen Verlauf eine für den Patienten störende Inkontinenz bestehen, so sind auch hier operative Verfahren verfügbar. Je nach Schwere der Inkontinenz kommen hierbei ebenfalls Bandmaterialien (z.B. Advance-Band, Argus-Schlinge) zum Einsatz, welche die Harnröhre und den Schließmuskel unterstützen.</p>
<p>Bei sehr ausgeprägten Formen der Inkontinenz kann schließlich die Implantation eines künstlichen Blasenschließmuskels angeboten werden. Diese OP-Verfahren werden in spezialisierten Zentren angeboten und haben eine hohe Erfolgsrate. Nachteile bestehen für den Patienten in der jeweils bei jedem Toilettenbesuch durchzuführenden manuellen Bedienung. Weiterhin bergen Implantate ein Infektionsrisiko bei bakterieller Besiedlung, was zu Folgeoperationen führen kann.</p>
<p><b>Dranginkontinenz</b></p>
<p>Die Therapie einer Dranginkontinenz ist in erster Linie eine konservative, medikamentöse Therapie. Zunächst sollten evtl. ursächliche Begleiterkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) erkannt und behandelt werden. Hierdurch ist teilweise schon eine Linderung der Beschwerden möglich. Oftmals werden jedoch keine expliziten Ursachen gefunden. Zur weiteren Therapie stehen verschieden Medikamente zur Verfügung, welche die Aktivität des Blasenmuskels reduzieren und dadurch Drang- und Inkontinenzepisoden vermindern oder beseitigen können. Diese Medikamente werden auch als Anticholinergika bezeichnet. Unter diesen <b>Anticholinergika</b> gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Wirkstoffen, deren Therapieprinzip jedoch ähnlich ist. Welches Präparat für den einzelnen Patienten optimal ist, entscheidet der Urologe anhand möglicher Begleiterkrankungen und des Alters des Patienten. Nebenwirkungen können ein trockener Mund oder Verstopfung sein. Ein Therapieerfolg ist oft erst nach einigen Wochen der Therapie zu beurteilen.</p>
<p>Sollte mit diesen Medikamenten kein Erfolg zu erzielen sein, ist die Verwendung von <b>Botulinumtoxin</b> möglich. Der Wirkstoff ist vielen Menschen durch die Medien im Rahmen von Schönheitsoperationen bekannt (Faltenbehandlung). Im Rahmen einer hartnäckigen Dranginkontinenz wird dieses Medikament direkt bei einer Harnblasenspiegelung (siehe dort) in den Blasenmuskel gespritzt. Diese Prozedur kann mit lokaler Betäubung durchgeführt werden und ist nicht schmerzhaft.</p>
<p>Der Therapieerfolg hält meist zwischen 6–12 Monaten an. Danach muss die Prozedur wiederholt werden. Eine unerwünschte Wirkung dieser Behandlung besteht in einer überschießenden Wirkung, welche es dem Patienten teils nicht erlaubt die Blase vollständig zu entleerten. Mit Nachlassen der Wirkung verschwindet dieser unerwünschte Effekt, allerdings kann für den Zeitraum ein vorübergehende selbständiges katheterisieren durch den Patienten notwendig werden.</p>
<p>Bei sehr ausgeprägten Form einen Dranginkontinenz, ggf. in Kombination mit einer schwerwiegenden chronischen Entzündung der Blase (z.B.: Interstitielle Cystitis) kann auch eine <b>operative Entfernung der Blase</b> als letzte Alternative verbleiben. Die Harnableitung erfolgt dann z.B. über einen katheterisierbaren Nabelpouch, ein Ileumconduit oder eine „Ersatzblase“-Neoblase.</p>
<p>Für Patienten die keine medikamentöse oder operative Behandlung wünschen besteht die Möglichkeit einer <b>Biofeedback und Elektrostimultionsbehandlung</b>. Behandlungskosten werden durch die Krankenkasse übernommen. Eine professionelle Anleitung in Handhabung und Bedienung ist notwendig um einen Therapieerfolg zu erzielen. Die Therapie selbst wird dann vom Patienten selbst über einen längeren Zeitraum (mindestens 3–6 Monate) selbstständig durchgeführt.&nbsp;Ein Therapieerfolg ist nicht sicher. Die Vertriebsfirmen bieten eine solche Anleitung durch geschulte Mitarbeiter an. Der Urologe kann den Patienten entsprechend beraten und eine Behandlung in die Wege leiten.</p>
</div>
<p>Quelle: DGU</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aktuelle Studie zeigt: Ballaststoffreiche Ernährung schützt Frauen vor Nierensteinen</title>
		<link>https://www.urologe-bensheim.de/aktuelle-studie-zeigt-ballaststoffreiche-ernaehrung-schuetzt-frauen-vor-nierensteinen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Platzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2014 13:11:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Scheuermann]]></category>
		<category><![CDATA[Ballststoff]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Niere]]></category>
		<category><![CDATA[Nierenstein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie sind nur wenige Millimeter bis zu einigen Zentimetern groß, bestehen aus Bestandteilen des Urins, die sich in den Nieren sammeln und zusammenschließen: die Harnsteine. Die festen Gebilde können im gesamten Harntrakt vorkommen, je nach Lage spricht man von Nierensteinen, Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Sie entstehen vor allem in den Kanälchen der Niere und im Nierenbecken. &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind nur wenige Millimeter bis zu einigen Zentimetern groß, bestehen aus Bestandteilen des Urins, die sich in den Nieren sammeln und zusammenschließen: die Harnsteine. Die festen Gebilde können im gesamten Harntrakt vorkommen, je nach Lage spricht man von Nierensteinen, Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Sie entstehen vor allem in den Kanälchen der Niere und im Nierenbecken.</p>
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<div class="news-single-img">Solange sie sehr klein bleiben, stören sie kaum und werden häufig unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden. Problematisch wird es, wenn die Steine eine Größe erreicht haben, die einen unkomplizierten Abgang auf natürlichem Weg unmöglich machen und dadurch Koliken verursachen. Dann sind unterschiedliche medizinische Maßnahmen erforderlich: Sie reichen von der medikamentösen Behandlung über die Stoßwellenlithotripsie (Zertrümmerung) bis zu operativen, in der Regel minimal-invasiven Eingriffen.</div>
<p>Doch mit dem Stein wird nur ein Symptom entfernt — nicht die Ursache. Vielfach wird neben einer genetischen Veranlagung die Art der Ernährung und Lebensweise für die Entstehung von Nierensteinen verantwortlich gemacht. Eine aktuelle amerikanische Studie ging jetzt der Frage nach, ob es eine Form der Ernährung gibt, die mit einem niedrigen Risiko für Nierensteine assoziiert ist. Das Ergebnis ist eindeutig: Frauen bekommen seltener Nierensteine, wenn sie sich ballaststoffreich und mit viel Obst und Gemüse ernähren.</p>
<p>Forscher um den Urologen Dr. Matthew Sorensen von der University of Washinton School of Medicine haben Ernährungsdaten aus der Women’s Health Initiative (WHI) Observational Study analysiert. Insgesamt wurden 83 922 Frauen im Alter im mittleren Alter von 64 Jahren untersucht. Bei 3471 war ein Nierensteinleiden (Nephrolitiasis) bekannt. Innerhalb von acht Jahren entwickelten 3,5 Prozent der Probandinnen Nierensteine. Nach Abgleich aller Risikofaktoren wie Alter, Diabetes, <abbr title="Body Mass Index (Relatives Körpergewicht)">BMI</abbr> und Ernährungsgewohnheiten erwies sich eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen als ein effektiver Schutzfaktor gegen ein Steinleiden.<br>
Im Detail sah das folgendermaßen aus: Bei Frauen, die zwischen 3 und 11 Portionen Obst am Tag zu sich nahmen, war das Risiko einer Nephrolitiasis um 15 Prozent geringer als bei Frauen, die nur ein Stück Obst pro Tag aßen. Noch höher war der Schutzeffekt durch Gemüse (22 Prozent bei bis zu 13,3 Portionen am Tag verglichen mit 0 bis 1,2 Portionen). Erklärt wurde der Effekt mit einer Erhöhung des Urin-Volumens, ph-Wert, Kalium, Magnesium, Zitrat und Phytat. Dadurch nehme laut Studie die Übersättigung mit Kalziumoxalat und Harnsäure ab.<br>
Allerdings gab es auch eine Einschränkung: Bei Frauen, die bereits an einem Nierenstein erkrankt waren, konnte sich eine verstärkte Aufnahme von Obst und Gemüse nicht mehr positiv niederschlagen. In der Gruppe entwickelten 15 Prozent der Frauen ein Nierensteinleiden, während es in der Gruppe der Frauen ohne ein Steinleiden in der Vorgeschichte lediglich 3 Prozent waren. Eine Erklärung für dieses Phänomen fanden die Urologen nicht. Die Forscher vermuten, dass es grundlegende Unterschiede zwischen Frauen, die vor dem 60. Lebensjahr an einem Nierenstein erkranken und solchen, bei denen es später der Fall sei, gibt.</p>
<p>Quelle: DGU</p>The post <a href="https://www.urologe-bensheim.de/aktuelle-studie-zeigt-ballaststoffreiche-ernaehrung-schuetzt-frauen-vor-nierensteinen/">Aktuelle Studie zeigt: Ballaststoffreiche Ernährung schützt Frauen vor Nierensteinen</a> first appeared on <a href="https://www.urologe-bensheim.de">Urologische Praxis</a>.]]></content:encoded>
					
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